Wie fährt sich’s ohne Sprit?

Copyright © Westfälische Nachrichten Mo., 15.09.2014

Fahren ohne Sprit: 3000 Besucher lassen sich erklären, wohin die Reise geht

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Saerbeck – Eine Spritztour im Model S der kalifornischen Sportwagen-Edelmarke Tesla ging nicht. Umso größer der Andrang dort, wo man tatsächlich eine Runde im E-Smart oder im wasserstoffbetriebenen Auto drehen konnte oder dem E-Golf, dem Ampera und etlichen weiteren Modellen anderer Hersteller unter die Haube sehen. 3000 Besucher ließen sich erklären, was schon möglich ist in Sachen Fahren ohne Sprit und wohin die Reise gehen könnte.
Von Alfred Riese

Draußen, vor dem Tor zum Bioenergiepark stand sie: die zukünftige Vergangenheit der Mobilität, die Diesel-Kombis, die Benzin-Flitzer, die aktuellen Spritsparmodelle. Ginge es nach den Veranstaltern des „Tags der E-Mobilität“, träte diese fossile Flotte alsbald ihre letzte Fahrt ins Museum an. Zwischen den Solarstrom-Modulen und Windrädern zeigten der Förderverein und die Klimakommune den etwa 3000 Besuchern, was schon möglich ist in Sachen Fahren ohne Sprit und wohin die Reise gehen könnte.

Was nicht ging: Eine Spritztour im Model S der kalifornischen Sportwagen-Edelmarke Tesla. Umso größer der Andrang dort, wo man tatsächlich eine Runde im E-Smart oder im wasserstoffbetriebenen Auto drehen, oder dem E-Golf, dem Ampera und etlichen weiteren Modellen anderer Hersteller unter die Haube sehen konnte.

Auto- und Fahrradhändler äußerten durchweg zufrieden mit dem „Schaufenster Elektromobilität“. Besucher nutzten die Gelegenheit zum unverbindlichen Test und zeigten sich mitunter überrascht, dass die Abkehr vom fossilen Sprit schon für unter 20 000 Euro zu haben ist.

Wie schon beim Projekt Klimakommune, beim Bioenergiepark und dem aktuellen Projekt „KWK-Land“ schoben die Veranstalter den Gedanken der intelligenten Vernetzung nach vorne. Es ging um das persönliche oder lokale Energiemanagement mit „buntem Strom aus vielen Quellen“, wie Alois Plüsters von „Sun Concept“ erklärte. Bei ihm liefern Blockheizkraftwerke und Fotovoltaik in den Häusern Wärme und Strom, die auf verschiedene Arten gespeichert und abgerufen werden, für Heizung, Waschmaschine und Auto. „Die Puzzlesteine für diese Technik sind mittlerweile verfügbar“, stellte er fest; der E-mobil-Tag um ihn herum gab ihm Recht. Auch der Ingenieur Udo Werges („E3/DC“) sah Strom, Wärme und Mobilität zusammenwachsen, die Speichertechnik vor einem ähnlichen Boom wie seinerzeit die Fotovoltaik. „Die Leute wollen diese Energieveränderung“, so seine Ansicht.

Dieser Meinung sind schon seit Längerem die Pioniere und Fahrer der „Münsterland-Gruppe“, die mit 20 Fahrzeugen, teilweise Selbst- oder Umbauten, sozusagen die Geschichte der E-Mobilität zeigten. Und bei aller Technikverliebtheit nannte ihr Sprecher Dietrich Koch ein handfestes Motiv fürs Fahren ohne Benzin: den Klimawandel abmildern und daran denken, wie die heutige Generation den Planeten ihren Enkeln übergibt.

Saerbecker Vereine und die Ledder Werkstätten unterstützten den Info-Tag, von dem ein Besucher sagte: „So sieht die Internationale Automobilausstellung in ein paar Jahren aus“.

„Die Leute wollen diese Energieveränderung.“
Udo Werges

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